Die Installation:
Die interaktive Video-Installation „Gebrochene Symmetrie“ besteht aus drei Leinwänden mit dazugehörigen Videoprojektoren. Diese zeigen einen permanenten Fluss aus symmetrischen Strukturen. Ein Infrarotscheinwerfer beleuchtet „unsichtbar“ den sonst dunklen Raum. Die Rezipienten werden, wenn sie den Raum betreten, von einer an der Decke angebrachten Infrarot-Videokamera gefilmt. Die so aufgenommenen Besucher werden nun live an verschiedenen Stellen - und eben nicht der Symmetrie folgend - in die Videoprojektionen hinein geschnitten. Dies hat zur Folge, dass die symmetrische Videoinstallation gebrochen wird.
Sollten alle Besucher den Raum verlassen haben wären die Projektionen wieder als reine symmetrische Muster ohne Störung zu sehen.
Der Symmetrische Film:
Die für den Hintergrundfilm verwendeten Footage sind Aufnahmen von Eisschollen, die von der Bordwand eines Eisbrechers gefilmt wurden. Dies ist ein Fluss aus sich permanent verändernden organischen Strukturen. Dieser wird an der waagrechten Mittelachse so gespiegelt, dass der Eindruck entsteht, die Strukturen flössen aus der Mitte heraus.
Auf den beiden seitlichen Screens wird aus der quasi abgeschnittenen Hälfte des Filmmaterials ebenfalls eine Spiegelung erzeugt, wobei diese auf die seitlichen Symmetrieachsen zufliesst. So entsteht ein Panorama aus ständig fliessenden symmetrischen Bildern, die an ein Kaleidoskop erinnern und eine starke Sogwirkung erzeugen. Diese reine Symmetrie kann jedoch nie betrachtet werden, da jeder Besucher, der den Raum betritt, die Symmetrien stört.
Der Bruch in der Symmetrie:
Die Besucher der Installation werden mit einer Infrarotkamera aus der Vogelperspektive aufgenommen. Dieses Material wird nun in Echtzeit bearbeitet. Die Rezipienten werden „ausgeschnitten“ und an verschieden Stellen in den Film montiert. Diese freigestellten Personen bewegen sich synchron zur Fliessgeschwindigkeit der Eisschollen, so dass der Eindruck entsteht sie ständen auf den Eisschollen. Das heißt, sie werden z.B. aus der Mittelachse herauswachsen und sich langsam mit den Schollen auf die zweite Leinwand zu bewegen, um dort in der Mittelachse wieder zu verschwinden. Dies geschieht nicht symmetrisch. Es können verschiedene Personen auf verschiedenen Teilen der Leinwände erscheinen. Da die Rezipienten live gefilmt werden, können sie nachvollziehbar ihre eigenen Bewegungen sehen und sich so von oben betrachten. Beim Verlassen der Black-Box verschwinden die Infrarotaufnahmen von den Leinwänden, und die perfekte Symmetrie wäre wieder sichtbar.
Video Stills:
Die Installation war im Rahmen von Kir Lokal 2009 in der Galerie Ardes, Berlin zu sehen.
Gefördert aus Mitteln des Bezirkskulturfonds der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und Mitteln der Dezentralen Kulturarbeit des Bezirks Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Schule, Bildung und Kultur